Fallbeispiel Google

Das Ergebnis ist schnell zusammengefasst: Google gehört zu den wertvollsten und reichsten Unternehmen der Welt. Aber was macht Google aus?

Im September 1998 präsentierten Sergey Brin und Larry Page ein Programm vor interessierten Informatikstudenten und Professoren, mit dem sie Webseiten auslesen und bewerten konnten.1 Zu dieser Zeit gab es Verzeichnisse über Webseiten die von Menschen bewertet, in Datenbanken erfasst und in Listen im Web veröffentlicht wurden. Yahoo war die bekannteste Liste, an der einige hundert Menschen arbeiteten. Außerdem gab es einige andere Versuche mit Datenbanken für Website-Adressen, die aber keine zuverlässigen Ergebnisse lieferten und den Manipulationen der Webmaster ausgeliefert waren.

Lesehinweise

Sie lernen an diesem Fallbeispiel:

  • Relevanz ist das Qualitätskriterium bei Google
  • Maschinelle und menschliche Bewertung der Webseiten ergänzen sich
  • Google verkauft den Zugang zu segmentierten Zielgruppen

Die zwei jungen Studenten Brin und Page betrachteten eine Zielsetzung als höchste Priorität: Relevanz. Hierfür entwickelten sie einen Algorithmus, der im ersten Schritt eine Onsite-Relevanz herstellte. Je häufiger ein gesuchter Begriff an wichtigen Stellen einer Seitenbeschreibung vorkommt, desto höher ist die Deckung mit der Erwartung. Das Risiko zur Manipulation ist damit noch nicht ausgeräumt, denn es könnten beliebige Worte auf die Seiten geschrieben werden, die gar keinen Sinn ergeben oder keinen Bezug zur Fragestellung an die Suchmaschine haben. Um das Risiko zu reduzieren, muss letztlich ein Mensch über die Seiten geschaut haben und seine Einsschätzung abgeben.

Die Offsite-Relevanz ist der zweite Schritt und ein Indiz für die Beurteilung einer Web-Präsenz durch die Nutzer. Google gibt die Aufgabe sozusagen an die Community der Webmaster zurück. Der technische Begriff dafür lautet „Linkpopularität“ und entspricht einer Zitierstatistik, die vor allem in der amerikanischen Wissenschaftlergemeinde ausgewertet Google- Algorithmus (Page Rank™) durch.

Der weltweite Erfolg der Google Suchmaschine hat viele Gründe, von denen für die Beschreibung des Web-Business als eine Schlüsseltechnik der virtuellen Ökonomie vor allem der Ablauf von Bedeutung ist:

  1. Ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kommunikation, das Vertrauen in eine Empfehlung oder die Relevanz in eine Aussage wurde strukturiert, vereinfacht und in einem von Computern berechenbaren Algorithmus formuliert. Qualität wurde quantifiziert und damit kommerzialisierbar.
  2. Auf diesem einfachen Niveau übernahmen die Computer menschliche Arbeit und führten sie schnell und effizient aus. Die menschlichen Bearbeiter von Listen, Verzeichnissen und Portalen liefern noch immer eine hohe Qualität, und deshalb werden handverlesene Hyperlinks von diesen Quellen auch sehr hoch bewertet.
  3. Google substituiert die menschliche Arbeit durch Rechnerkapazitäten und stellt virtuelle Güter her, indem Inhalte ausgewertet und zu Ergebnislisten neu kombiniert werden. Google beschäftigt hunderttausende von Mitarbeitern zur Programmierung und für das Marketing der virtuellen Güter, aber nicht für das Lesen von Webseiten.
  4. Das virtuelle Gut stellt die Information über die Suchanfragen der Nutzer dar. Die Qualität der Suchmaschine ist das Mittel, um diesen Zweck zu erreichen. Die Erträge werden mit dem Verkauf des virtuellen Gutes „Information über Zielgruppen“ gewonnen. Jeder Webmaster kann seine Zielgruppen segmentieren und in eigenen Datenbanken sammeln – oder er kauft dieses Gut in einer definierten Form bei Google ein.
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