Fallbeispiel Hundeshop

Jürgen Kälfert hat sich einen Plan für einen Hundeshop im Web zurechtgelegt, nachdem er lange Zeit als Webmaster für einen solchen gearbeitet hat. Er hat gute Kontakte zu den Dienstleistern, die er einsetzen möchte und hat sich vorgenommen, so wenig wie möglich selbst zu realisieren, zu programmieren oder zu entwerfen. „Man kann nicht alles machen, selbst wenn man alles kann“, ist seine Devise. Er baut sein Unternehmen sehr schlank auf, d. h. mit wenig eigenem Personal, und kauft die Ergebnisse der Dienstleister bei Bedarf ein. Kälferts eigene Leistung ist der Entwurf des Konzeptes und die Koordination der Teilergebnisse sowie virtuellen Güter. Er malt seine Vorstellungen in einer groben Skizze auf und erstellt eine Checkliste der passenden Module für seinen Hundeshop. In einer einfachen Excel-Tabelle führt er die Namen der Dienstleister, ihre Angebote und den geschätzten Zeitbedarf auf.

Lesehinweise

Sie lernen an diesem Fallbeispiel:

  • Die Kombination einzelner Dienstleistungen zu einem Web-Shop
  • Die Abwicklung des Verkaufs mit professionellen Partnern
  • Aufbau und Betrieb eines virtuellen Unternehmens

Das Gesuch nach einem Ersteller der Website wird auf einer Entwicklerplattform ausgeschrieben, und die Dienstleister bewerben sich um den Auftrag.Die Vermittlung zeigt einen sehr professionellen Ablauf mit korrekter Aufschreibung und Abrechnung der Stunden. Das findet Kälfert nicht nur für die Web-Entwicklung, sondern auch für spezielle Aufträge wie die Erstellung von Logos oder jede andere Aufgabe im grafischen Design wichtig.Die Vergütung erfolgt im Rahmen einer eigenen Vorgabe für das Budget und ist rein erfolgsabhängig. Nach der Erstellung muss die Website von einem Webmaster bearbeitet werden, der die Inhalte und die Funktionsfähigkeit überwacht sowie die Performance und die Kompatibilität für Browser und Endgeräte testet. Außerdem müssen Newsletter verschickt und Anzeigen entworfen, der Server administriert, Software-Updates aufspielt oder Ladezeiten optimiert werden.Damit sind die wesentlichen Arbeiten des Aufbaus im Web-Business organisiert. Speziell für den Shop muss Kälfert sein Know-how als Experte für den Bedarf der Hundeliebhaber einsetzen und die Produkte und Lieferanten auswählen. Hier setzt er seine Kernkompetenz ein.

Die Ergebnisse des Web-Business sind die Generierung, Erfassung und Weiterleitung von Bestellungen und im Interesse der Kundenpflege die verlässliche Abwicklung sowie der Service. „Das ist alles virtuell hier“, meint Kälfert und hält sich von dem Produkthandling fern. Einen Teil seiner Produkte hinterlegt er bei Amazon und lässt sie dort lagern, kommissionieren, verschicken und, weil es so schön einfach ist, auch die Zahlungsabwicklung und das Mahnwesen abwickeln. Einmal monatlich lässt er sich seinen Ertrag auszahlen.

Für den eigenen Shop nimmt er nur einen Teil der Amazon-Lösung in Anspruch. Amazon- Payment ist ein gut akzeptierter Zahlungsprozess, bei dem Millionen von Kunden bereits registriert sind. Ähnlich verbreitet ist Paypal, der Zahlungsprozess von Ebay, der ebenfalls für externe Shopbetreiber und die Abwicklung allgemeinen Geldaustauschs geöffnet ist. An dem sogenannten Streckengeschäft verdient der Hundeshop allerdings besser, weil er die gesamte Handelsmarge bekommt, ohne die Ware zu bewegen. Die Bestellung geht aus dem Shop direkt an den Hersteller, der die Ware zum Kunden schickt und die Auslieferungsbestätigung an den Händler, dessen Buchungssatz damit komplett ist. Die Zahlungen werden in dem Fall von einem anderen Dienstleister abgewickelt, der Lastschriften einzieht und Überweisungen entgegennimmt, mit Autorisierung über Kreditkarten und Risikoabsicherung des Warenkredits über eine Versicherung. „Damit ist die Sache rund“, Kälfert ist zufrieden und konzentriert sich auf seine Stärken.

Vom gesamten Web-Business verbleibt der Koordinationsaufwand in dem virtuellen Unternehmen. Aus rechtlichen und steuerlichen Gesichtspunkten benötigt das Unternehmen einen Sitz und eine Büroadresse. Das sind Zugeständnisse an die traditionelle Ökonomie mit stationären Verkaufsstellen oder Dienstsitzen. Praktisch hat das Web-Business.

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